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Sanfte Riesen im Einsatz


Wer im Naturschutzgebiet (NSG) „Sandgruben am Föhrenbuck“ im Nürnberger Süden spazieren geht, traut seinen Augen kaum: Zwischen Sandflächen, Wasserstellen und Schilf grasen hier tiefschwarze, imposante Tiere mit eindrucksvollen Hörnern.

Unsere Wasserbüffel sind jedoch keine exotische Touristenattraktion, sondern hochspezialisierte und unverzichtbare Mitarbeiter im Naturschutz. Der Landschaftspflegeverband (LPV) Nürnberg e.V. setzt die Tiere hier gezielt im Rahmen eines Beweidungsprojekts ein, um die wertvollen und sensiblen Lebensräume des Naturschutzgebiets zu erhalten.

Wasserbuffel Franz Fleischmann

Warum ausgerechnet Wasserbüffel?

Das NSG Sandgruben am Föhrenbuck zeichnet sich durch seine besonderen Feucht- und Sandlebensräume aus. Ohne regelmäßige Pflege würden diese offenen Flächen schnell mit Sträuchern und Bäumen zuwachsen (Verbuschung) und seltene Tier- und Pflanzenarten würden ihren Lebensraum verlieren. Hier kommen die Wasserbüffel ins Spiel:

  • Robuste Feinschmecker: Wasserbüffel sind extrem genügsam und fressen auch grobe Gräser, Schilf und junge Gehölze, die von Rindern, Schafen oder Pferden oft verschmäht werden. So halten sie die Landschaft auf natürliche Weise offen.
  • Keine Angst vor nassen Hufen: Anders als viele andere Weidetiere lieben Wasserbüffel feuchtes Gelände und bewegen sich problemlos in den nassen Bereichen der Sandgruben.

Die „Bademeister“ der Artenvielfalt

Der größte ökologische Nutzen der Wasserbüffel liegt in ihrem Verhalten. Um sich vor Insekten zu schützen und abzukühlen, wälzen sie sich ausgiebig im Schlamm.

  • Durch dieses Suhlen schaffen die schweren Tiere eine einzigartige Dynamik in der Landschaft:
    Neue Lebensräume: Es entstehen immer wieder neue, flache und sonnenbeschienene Schlammtümpel (sogenannte Suhlen).
  • Kinderstube für Amphibien: Diese temporären Kleingewässer sind der perfekte Laichplatz für hochgradig gefährdete Amphibienarten wie die Gelbbauchunke oder die Kreuzkröte.
  • Insekten- und Vogelparadies: Die offene, strukturreiche Landschaft zieht seltene Libellen, Wildbienen und bedrohte Vogelarten an. Selbst der Dung der Büffel ist ein wichtiger Lebensraum und eine Nahrungsquelle für viele Insekten.

Naturschutz durch Beweidung

Der Landschaftspflegeverband Nürnberg e.V. koordiniert dieses Beweidungsprojekt in enger Zusammenarbeit mit lokalen Tierhaltern und den Naturschutzbehörden. Die schonende Beweidung ist eine naturnahe, nachhaltige und kosteneffiziente Alternative zum Einsatz von schweren Maschinen. Die Büffel leisten hier täglich „Maßarbeit“ für den Erhalt der Nürnberger Artenvielfalt.

Wichtige Hinweise für Ihren Besuch

Wir freuen uns, wenn Sie das Naturschutzgebiet Sandgruben am Föhrenbuck besuchen und unsere tierischen Landschaftspfleger von den Wegen aus beobachten. Um die Tiere und die empfindliche Natur zu schützen, bitten wir Sie dringend um die Einhaltung folgender Regeln:

  • Bitte NICHT füttern: Auch nicht mit vermeintlich gesundem Obst, Gemüse oder Brot. Falsches Futter kann für die Büffel lebensgefährlich sein!
  • Abstand halten: Betreten Sie auf keinen Fall die Weideflächen. Wasserbüffel sind zwar friedfertig, bleiben aber unberechenbare Wildtiere, besonders wenn Kälber in der Herde sind.
  • Hunde an die Leine: Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum für viele störungsempfindliche Wildtiere. Bitte führen Sie Hunde grundsätzlich an der kurzen Leine.
  • Auf den Wegen bleiben: Schützen Sie die Pflanzenwelt und die Brutstätten der Bodenbrüter, indem Sie die markierten Wege nicht verlassen.